Kunsttöpferei - Friedrich Festersen - Markenverzeichnis

Kunsttöpferei Friedrich Festersen

(Berlin 1909 - 1922)

 

Markenverzeichnis (aus dem Ausstellungskatalog von Heinz- J. Theis, S. 20)
 

M1

m1 pressmarke 15mm

M2

Pressmarke (Blindstempel)
ca. 15 mm breit, 4 mm hoch
 
Pressmarke (Blindstempel)
ca. 30 mm breit, 4 mm hoch
 

Bei der oft neben der Pressmarke in den Gefäßboden geritzten oder eingedrückten Zahl dürfte es sich um eine dem jeweiligen Töpfer zugeordnete Nummer handeln.¹ Die bisher höchste belegte Zahl ist die "21". Dies lässt jedoch nur bedingt auf die Werkstattgröße und die Anzahl ihrer Mitarbeiter schließen. Vermutlich waren jeweils nicht mehr als zehn Personen in der Töpferei tätig. Eine genaue zeitliche Zuordnung der verschiedenen Marken ist nach heutigem Kenntnisstand nicht möglich, man kann davon ausgehen, dass die Pressmarken parallel Verwendung fanden.

Die nachfolgenden Beispiele von farbigen Unterglasur-Signaturen finden sich auf Ziertellern und flachen Schalen. Daneben weisen sie eine kleine Pressmarke (Blindstempel) in Form einer hochgestreckten Wabe (mit Buchstaben und Zahlen) auf, wie er auf Produkten von Villeroy & Boch, Dresden, zu finden ist. Man kann davon ausgehen, das diese gegossene "Flach- oder Stapelware" in geschrühtem Zustand (gebrannt) von dort bezogen und in der Kunsttöpferei Festersen lediglich dekoriert und glatt gebrannt wurde.
 

M3

M4a

Farbstempel, grün (Unterglasur),
25-28 mm breit, 9 mm hoch
 
geschriebene Signatur, grün (Unterglasur)
ca. 140 mm breit
 

M4b

M4c

geschriebene Signatur, blau (Unterglasur)
ca. 160 mm breit
 
geschriebene Signatur, blau (Unterglasur)
ca. 150 mm breit
 
M4dM4e
geschriebene Signatur, blau (Unterglasur),
ca. 70 mm breit, 15 mm hoch
 

geschriebene Signatur, blau (Unterglasur),
ca. 80 mm breit, 20 mm hoch

M4f M4gm4g 
geschriebene Signatur, blau (Unterglasur),
ca. 110 mm breit, 40 mm hoch
 
geschriebene Signatur, blau (Unterglasur)


M4h m4h  
 geschriebene Signatur, blau (Unterglasur)

  
    
¹ Dies ist sicher nicht zutreffend. Derartige Zahlen (vor allem 1 bis 7) sind vermutlich eine Größenordnung und dienen vor allem dazu, weitere Bestellungen gemäß der diversen Werbeprospekte eindeutig zu identifizieren. So haben Bunzlauer Töpfereien (z.B. Paul&Sohn, Hugo Reinhold u.a.) Serien von Milchkrügen jeweils in eine Größenordnung von 1 bis 7 produziert.
Bei Festersen läßt sich belegen, daß z.b. die mit gleicher Form und gleichem Dekor hergestellten Vasen
* Ba-Fe 527 und Ba-Fe 509 (Höhe 11 cm) mit der Zahl 3
* Ba-Fe 166 (H= 14 cm) mit der Ziffer 4
* Ba-Fe 054 (H= 15,5 cm) mit der Ziffer 5
* Ba-Fe 528 (H= 19,5 cm) mit der Ziffer 9 gestempelt sind und damit den Seriencharakter belegen
In der Zeitschrift "Daheim"  (Juni 1914, Heft Nr. 38) heißt es in der Rubrik "Frauen-Daheim" unter Besuch "Vom Topfmarkt": Als Material verwendet dieser Kunsttöpfer (Friedrich Festersen) Feinsteinzeug, so hoch gebrannt, daß es vollständig wasserdicht und wetterfest ist, die Vasen, von denen jede in jedem, auch im allergrößten Format zu haben ist, können also auch unbeschadet im Freien stehen und dem Wetter trotzen. Die Formen werden auf der Töpferscheibe freihändig gedreht, in den verschiedenartigsten Formen, und jede Form wie gesagt, auch in verschiedenen Größen, von ganz kleinen bis zu ein Meter Höhe und darüber.